Rundfahrt: Von A nach Bern (StattLand)
Satteln Sie Ihren Drahtesel und erleben Sie auf gemütlichen Nebenstrassen ein Stück Berner Pendler- und Wohngeschichte (Anmeldung bis drei Tage vor der Durchführung wird empfohlen).
Veranstaltungsort
Treffpunkt: Kleine Schanze (Park Café)
Bundesgasse 7
3001 Bern
Seit der zweistündigen StattLand-Velotour zum Thema Stadt- und Verkehrsentwicklung schaue ich meine Stadt mit anderen Augen an. Auf dem Weg von der kleinen Schanze über den Thunplatz bis ans Südostende der Stadt habe ich an sieben Stationen so einiges gelernt. Das Kirchenfeldquartier beispielsweise ist nicht mehr nur das schicke Botschaftsquartier, sondern ein Stadtviertel mit einer spannenden Entstehungsgeschichte. Auch über die Arbeitervergangenheit des oberen Murifelds, über die vermeintliche Plattenbausiedlung Wittigkofen sowie über die Verkehrsentwicklung am Ostring habe ich erstaunliche Dinge erfahren. Vermittelt wurden die Informationen durch einen kompetenten Rundgangleiter sowie durch kurze, unterhaltsame Einlagen einer Schauspielerin.
In einer witzigen Kombination aus Wissensvermittlung und Theater bietet der Verein StattLand seit 1990 thematische Rundgänge an. Zurzeit sind es über zwanzig Entdeckungstouren rund um die Berner Geschichte und die Berner Kultur. Bis anhin hat sich der Rundgangtross immer zu Fuss und mehrheitlich durch die Innenstadt bewegt.
Verkehrsentwicklung erradeln
Mit dem neuen Rundgang «Von A nach Bern – Leben und Pendeln», der im Auftrag von Pro Velo Bern entstanden ist, erweitert StattLand nun seinen Radius und sattelt auf das Velo um. Die Tour, die auch für untrainierte ohne Probleme zu schaffen ist, dreht sich um die Stadt- und Verkehrsentwicklung der letzten 150 Jahre. Dabei ist das Fortbewegungsmittel, mit dem die räumliche Trennung von Wohn- und Arbeitswelt überbrückt werden kann, selbst immer wieder Thema.
Wie viele Städte ist auch Bern von seinem historischen Kern nach aussen gewachsen. Die Präsidentin von StattLand, Stephanie Summermatter, beschreibt dies in einem einprägsamen Bild: «Die Stadt Bern kann man sich wie eine Zwiebel vorstellen, deren Schichten sich eine nach der andern abschälen lassen.» Genau nach diesem Prinzip funktioniert denn auch der Rundgang «Von A nach Bern – Leben und Pendeln». Dank dem Fahrrad wird die Stadtentwicklung vom Zentrum bis zum Stadtrand direkt erfahrbar.
Die eigene Stadt neu erfahren
Nicht nur bei mir scheint auf der geführten Rundfahrt nach Bern Südost etwas hängen geblieben zu sein: «Ich bin hier ganz in der Nähe aufgewachsen, aber durch diese kleine Strasse bin ich noch nie gefahren», erklärt mir ein älterer Herr auf dem Weg vom Murifeld zur Hochhaussiedlung Wittigkofen.
Genau solche Reaktionen wünschen sich die Macher der StattLand-Rundgänge, denn ihre Touren richten sich vor allem an Berner und Berninteressierte, an Ortskundige also. «Die Herausforderung für uns ist, diesen Leuten einen neuen Blick auf Bern zu bieten», bemerkt Präsidentin Summermatter und fügt lachend hinzu: «Ich denke, das ist unserer Projektgruppe diesmal besonders gut gelungen, denn auch ich war vorher noch nie in Wittigkofen.»





