Florian Schütz, zusammen mit Valerio Moser moderieren Sie das «Wort zum Sonntag» in der Cappella. Wie ist es dazu gekommen?
Christoph Hoigné (Schütz’ Vater und Leiter der Cappella, Anm. d. Red.) ist mit der Idee an mich herangetreten. Ich fragte dann Valerio, ob er Lust hätte mitzumachen, weil er mich überhaupt erst zum Slammen brachte. Jetzt präsentieren wir jeweils sechs bis acht Slammer und einen Special Guest.
Können Ihre Spezialgäste denn slammen oder sollen sie nur einen bekannten Namen haben?
So ein Quatsch. Diese Leute haben ihre eigenen Programme. Wenn sie nicht schreiben könnten, könnten sie keinen Abend füllen.
Vom Image des Jekami bringen Sie den Poetry Slam damit aber nicht los.
Jekami ist schön, weil es offen für alle ist. Und Poetry Slam siebt automatisch diejenigen aus, die nicht interessant sind, und bringt diejenigen weiter, die dem Publikum etwas vermitteln können. Poetry Slam ist angewandte Lyrik.
Wenn das Publikum abstimmt, gewinnt eh immer der lustigste Text.
Das ist nicht so, und feststellen lässt sich das am einfachsten empirisch. Sie müssen nur regelmässig vorbeikommen.
Meine Sticheleien lassen Sie kalt.
Wenn man etwas veranstaltet, sollte man davon schon so überzeugt sein, dass man sich von fadenscheinigen Argumenten nicht berühren lässt.
Es haben nicht alle so ein gesundes Selbstbewusstsein.
Das ist kein gesundes Selbstbewusstsein, das ist gesunde Selbstüberschätzung, das ist ein grosser Unterschied.
Und der besteht worin?
Eine Selbstüberschätzung ist in sich schon krank, eine gesunde also ein Widerspruch, und Widersprüche sind grundsätzlich gut.
Wo treten Sie eigentlich sonst noch auf?
Jetzt schon viel zu lange nicht mehr. Job und Studium sind recht fordernd. Dabei sind Wörter etwas so Schönes.
Sie arbeiten als Programmierer und studieren Informatik. Das würde man eher mit Mathematik als mit Sprache verbinden.
Informatik ist die Linguistik des Computers.
Ja, aber das Alphabet besteht nur aus null und eins.
Gut, ich gebe es zu, ich falle etwas aus dem Rahmen (lacht), ich war in der Schule schlecht in Mathematik.





