Gstaad: Erste Highlights
• Eröffnungskonzert: Julia Fischer (Violine) spielt Schumann, Prokofiev und Beethoven.
Kirche Saanen. Fr., 20.7., 19.30 Uhr
• «Scandinavian Air» Kammerorchester Basel mit Solisten spielt u.a. Grieg Kirche Saanen. Sa., 21.7. 19.30 Uhr
• The King’s Singers – «Horizons»
Kirche Saanen. Mo., 23.7., 19.30 Uhr
• Recital: András Schiff (Klavier) spielt Beethoven.
Kirche Saanen. Mi., 25.7., 19.30 Uhr
Einmal mehr prunkt das Menuhin-Festival Gstaad mit einer wahren Starparade, grossen Orchestern und erlesenen Werken. Zwar ist das Klassikfestival weniger gross als andere, dafür familiärer und es braucht keinerlei Vergleiche zu scheuen – das Menuhin Festival ist zu einer Institution des Schweizer Kulturlebens geworden. Die Qual der Wahl ist hier angenehm, denn falsch liegen kann man eigentlich nicht. Ob im grosszügigen Festivalzelt (die Gerüchte über die baldige Realisierung eines neuen Konzertsaals halten sich erfreulicherweise hartnäckig) oder in den kühlen Kirchen des Saanenlandes, es kommt einiges auf das Klassikpublikum zu.
Ein vielsagendes Motto
Das Festival 2012 heisst kurz und knapp «Air», «Luft» also. Für Intendant Christoph Müller hat Luft Charakter, ist mal sanft, mal stürmisch. Sie duftet oder stinkt. Und natürlich: Auch die Musik «liegt in der Luft», wie man so schön sagt. Französisch «air» hat im Deutschen eine weitere Bedeutung: Arie. Und somit ist das Motto hier auf zwei Superstars unter den Mezzosopranistinnen gemünzt, nämlich auf Anne Sofie von Otter (tritt am 10. August auf) und Cecilia Bartoli (7. September), oder auf die Schweizer Sopranistin Noëmi Nadelmann (24. August).
Nicht nur der Gesang ist prominent vertreten. Selbstredend treten am Festival zu Ehren des grossen Geigers Yehudi Menuhin (1916–1999) auch namhafte Violinistinnen und Violinisten auf. Dieses Jahr sind dies: Julia Fischer, Patricia Kopatchinskaja, Giuliano Carmignola und Nigel Kennedy. Des Weiteren stehen Konzerte mit Khatia Buniatishvili und Fazil Say, Emanuel Ax oder András Schiff (Klavier) auf dem Programm. Die Cellistin Sol Gabetta spielt ebenfalls – das Menuhin Festival Gstaad ist ein veritables «Who is Who» der Klassikbranche. Dass noch Karten für alle Veranstaltungen erhältlich sind, grenzt fast schon an ein kleines Wunder.
Auch grosse Sinfonien
Nicht nur grosse Stars, auch grosse Sinfonien gibt es zu hören. David Zinman leitet am 18. August das Gstaad Festival Orchestra, unter anderem mit Antonin Dvoraks 9. Sinfonie «Aus der neuen Welt». Michael Tilson Thomas dirigiert zweimal das London Symphony Orchestra: Am 31. August spielt es die erste Sinfonie von Gustav Mahler und tags darauf Hector Berlioz’ «Symphonie fantastique».
Gstaad beschränkt sich indes nicht auf die Elite: Es gibt auch die Jugend- und die Amateurorchesterwoche. Der ins Festival eingebettete Concours Haefliger (20. bis 23. August) hat immer wieder mit äusserst talentierten jungen Sängerinnen und Sängern Aufsehen erregt.
Zudem finden sich aussergewöhnliche Programmpunkte: In der ersten Festivalwoche etwa der Auftritt der King’s Singers, einer der besten A-cappella-Formationen der Welt (23. Juli), oder der abschliessende Zigeunerabend mit den Roma- und Sinti-Philharmonikern.





