Sie tragen schwarze Anzüge und Hüte und nehmen ihre Ray-Ban-Sonnenbrillen niemals ab: die Blues-Brüder Jake und Elwood. Als Jake (John Belushi) aus dem Gefängnis entlassen wird, holt ihn Elwood (Dan Aykroyd) ab. Er fährt ausgerechnet in einem ausgemusterten Polizeiwagen vor. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zum katholischen Waisenhaus, in dem sie aufgewachsen sind. Dort erfahren sie, dass diesem wegen Steuerschulden die Schliessung droht. Kurzerhand versprechen Jake und Elwood der resoluten Oberin (Kathleen Freeman), das nötige Geld zu beschaffen, und zwar auf ehrliche Weise. Eine Herausforderung.
Während einer Predigt hat Jake eine Erleuchtung: Ein Auftritt der Blues Brothers Band soll das nötige Geld einspielen. So machen sich die Brüder auf die Suche nach den ehemaligen Bandmitgliedern, die sich während Jakes Gefängnisaufenthalt in alle Winde verstreut haben. Dabei geraten sie in allerlei heikle Situationen. Auf der Flucht vor der Polizei zerstören sie ein Einkaufzentrum, hetzen eine Horde demonstrierender Nazis gegen sich auf und müssen sich gegen die Mordversuche von Jakes Exfreundin (Carrie Fisher) zur Wehr setzen. Trotzdem gelingt es den beiden, die Musiker von einem gemeinsamen Auftritt zu überzeugen und ein Konzert zu organisieren.
Komödie, Actionstreifen und Musikfilm
Die Komiker und Schauspieler John Belushi und Dan Aykroyd standen 1977 erstmals in der NBC-Fernsehshow Saturday Night Live als Jake und Elwood Blues auf der Bühne. Aus diesen Auftritten entstand die Blues Brothers Band, die bald auch unabhängig von der Show Erfolge feierte. Sie spielte zumeist Klassiker der Soulmusik und des Rhythm and Blues. Weil ihr Plattenvertrag auch einen Film vorsah, entstand 1980 unter der Regie von John Landis «The Blues Brothers».
Das Drehbuch, das von Aykroyd und Landis stammt, vereint Komödie, Action- und Musikfilm in einem. Explodierende Häuser, Verfolgungsjagden und Massenkarambolagen mit dem Realitätsanspruch eines Trickfilms wechseln sich mit musikalischen Einlagen ab. Im Filmfinale vor dem Richard J. Daley Center in Chicago wird diese skurrile Mischung auf die Spitze getrieben: Die coolen Blues-Brüder stehen einem Chaos aus Hunderten von Polizisten, Militärangehörigen, (Schrott-)Autos und Hubschraubern gegenüber.
Schaulaufen der Stars
Es ist sicherlich nicht die Geschichte, welche «The Blues Brothers» zu einem Kultfilm macht. Aber der Klamauk, der nie plump daherkommt, und der grossartige Soundtrack der hochkarätigen Band garantieren schlicht gute Laune. Und nicht zuletzt ist «The Blues Brothers» ein Schaulaufen der Stars der US-amerikanischen Musikszene. James Brown mimt den gospelsingenden Pfarrer. Die «Queen of Soul», Aretha Franklin, spielt die Ehefrau eines Bandmitglieds. Cab Calloway gibt seinen Jazzhit «Minnie the Moocher» aus dem Jahr 1929 zum Besten. Weitere Gastauftritte haben etwa die Musiker Ray Charles und John Lee Hooker, der Regisseur Steven Spielberg und das Fotomodel Twiggy.
1982 starb Belushi an einem Cocktail aus Heroin und Kokain. Aykroyd liess die Band danach mehrmals in unterschiedlicher Besetzung neu aufleben. 1998 erschien zudem die mässig erfolgreiche Filmfortsetzung unter dem Titel «Blues Brothers 2000».





