Programm
Zum Auftakt des Festivals gibt es am Donnerstag eine Einführung ins Thema «Hip-Hop und die arabische Revolution», gefolgt vom Film «I love Hip Hop in Morocco». Danach gewährt «At Night, They Dance» erschreckende Einblicke in die Bauchtanz-Industrie der ägyptischen Hauptstadt.
Kino in der Reitschule, Bern Do., 12.1,. 22 Uhr
Am Freitagabend warten die zwei Langfilme «Polyphonia» und «Shukar Collective Project», welche einerseits das musikalische Erbe Albaniens und andererseits die Verbindung von alter und neuer Musik in Rumänien zeigen. Daneben gibt es zwei Kurzdokumentarfilme zum libanesischen Hip-Hop, «Live From the BBC» und «Visit Me Once a Year», zu sehen.
Kino in der Reitschule, Bern Fr., 13.1., 20 Uhr
Vielsehern sei empfohlen, sich zu afrikanischen Elektrorhythmen Arme und Beine auszuschütteln. Im Bonsoir tritt der südafrikanische Performancekünstler Gazelle auf.
Club Bonsoir, Bern. Fr., 13.1., 23 Uhr
Protestanten und Katholiken sollen im nordirischen Derry wieder zusammen tanzen. Ob das gelingt, zeigt Alessandro Negrini in seiner Dokumentation «Paradiso». Miquel Galofrés erzählt in «Hit Me With Music» von der lebendigen jamaikanischen Dancehall-Szene.
Kino in der Reitschule, Bern Sa., 14.1., 20 Uhr
Die zweite Clubnacht am Norient bestreitet der in London lebende Kenianer DJ Edu, der auf BBC Radio mit seinem wöchentlichen Programm «Destination Africa» zu hören ist.
Club Bonsoir, Bern. Sa., 14.1., 23 Uhr
Mit dem Hip-Hop-Musical «Coz Ov Moni» und dem anschliessenden Konzert der Fokn Bois aus Ghana dreht das Norient zum Schuss die Lautstärke nochmals kräftig auf.
Turnhalle im Progr, Bern So., 15.1. 20.30 Uhr
«Parodie, Tanz und Sex: andere Formen des Protests» lautet der Übertitel des Musikfilmfestivals. Er lässt eine grosse inhaltliche Bandbreite zu. Und so steht nebst acht Dokumentarfilmen (über Themen wie «Hip-Hop und die arabische Revolution» oder die Albanische Musiktradition, siehe Kasten) auch ein Musicalfilm aus Ghana steht auf dem Programm, «Coz Ov Moni». Mit dem anschliessenden Live-Konzert der Fokn Bois, der Protagonisten des Musikfilms, sowie einer Reihe von Diskussionen mit Filmemachern und Clubnächten mit afrikanischen DJs im Bonsoir ist das Spielfeld des Festivals abgesteckt.
«Uns interessieren Musikströmungen, die jenseits der westlichen Vorstellungen von ‹Worldmusic› liegen und keine Klischees bedienen, wohl aber mit solchen spielen», erklärt Thomas Burkhalter, Mitbegründer und Co-Leiter des Festivals. Das Musikfilmfestival ist nur eine Ausprägung von Norient, das sich als weltweites Netzwerk für lokale und globale Musik und Medienkultur versteht.
Weshalb also ein Filmfestival zum Thema? «Erstaunlich viele Dokumentarfilmer interessieren sich für das musikalische Erbe sowie für das zeitgenössische Musikschaffen aus Afrika, dem Nahen Osten und andern Teilen der Welt», erläutert Musikethnologe Burkhalter den Hauptgrund. Das Medium eignet sich durch seine Verbindung von Bild und Ton bestens, um musikalische Themen zu vermitteln und sie in gesellschaftliche Zusammenhänge einzubetten. Ein weiterer Grund für den Fokus auf den Film ist, dass Burkhalter und Co-Veranstalter Michael Spahr die Filmproduktion selbst kennen. Zusammen haben die beiden 2002 einen Dokumentarfilm über indische und pakistanische Musiker in London realisiert.
Drei Standbeine
2002 wurde die interdisziplinäre Internetplattform norient.com von den beiden ins Leben gerufen, mit dem Ziel, trotz der Globalisierung Musik aus aller Welt in ihrer Eigenständigkeit zu fördern und zirkulieren zu lassen. Die Seite ist zu einer wichtigen Informationsquelle und zu einem rege genutzten Forum geworden. Unter dem Namen Norient führen Burkhalter und Spahr zudem ihre eigenen Medienperformances durch. Für ihr Projekt sind sie 2009 mit dem Kulturvermittlungspreis von Stadt und Kanton Bern ausgezeichnet worden.





