«He-eidi, wo bisch du diheimä, Heidi, wo bisch du dihei» – der Ohrwurm von Andrew Bond, diesem Gölä der Kinderzimmer, verfolgt mich auf der Rückfahrt von Winterthur nach Bern mindestens bis Olten.
Zuvor hat sich an diesem Novembersamstag im Casino-Theater Herzerwärmendes abgespielt. Kinder blicken mit grossen Augen auf die Bühne, wo der Bündnerdialekt sprechende Alpöhi das Heidi in die Arme schliesst. Auch wenn die Geschichte längst zum Klischee der Schweizer Bergromantik verkommen ist: Johanna Spyris Heidi ist und bleibt klasse. Auf der einen Seite die Freundschaft, auf der anderen das Heimweh – die Zerrissenheit der «Adelheid». Als sie in Frankfurt von ihrer Freundin Klara Abschied nehmen muss, lässt das nicht nur die Kinder im Zuschauersaal mitleiden.
Dass das Musical «Heidi» zwar weltenschön, aber nicht kitschig geworden ist – dafür kann man den Machern nicht genug danken. Brigitt Maag und Paul Weilemann von Karls kühne Gassenschau zeigen ein Musical mit guten Schauspielern, guten Songs und stimmigem, aber nie effekthascherischem Bühnenbild. Die 70 Minuten vergehen wie im Flug.
Nach der Vorstellung sind Spuren von ein paar vertrockneten Tränen zu sehen. Aber die Kinder im Foyer können nun neben ihren Müttern, Götti und Grossvätern wieder lachen.





