Nach unzähligen Tierliedern ist Ihr 20. Album nun aus der Perspektive von Gegenständen geschrieben. Auf «Sing Ding» singen Trudi Socke oder Ändy dr Ghüdersack. Wie kamen Sie darauf?
Ich dachte, man sollte die Welt einmal aus der Sicht von Dingen betrachten. Das wird zwar vereinzelt getan, aber ein ganzes Album hat es so noch nie gegeben. Ich wollte etwas zwischen «Gof und Philosoph» machen. Die Vorstellung der beseelten Dinge gehört zur Kinderwelt.
Machen Sie für Kinder andere Musik als für Erwachsene?
Warum sollte ich? Wenn schon, müssen wir für Kinder noch bessere Musik machen als für Erwachsene und ihnen nicht einfach eine Billig-CD reinschieben. Kinder sind ja das Beste, was wir haben. «Sing Ding» kann man auch als Erwachsener hören, finden Sie nicht?
Doch, die Arrangements sind sehr ausgeklügelt und mir gefallen die Wortspiele.
An «Sing Ding» arbeitete ich drei Jahre mit hervorragenden Musikern. Die Wortspiele sind vom Dadaismus inspiriert. Der Inhalt ist aber kindlich. Diese Mischung finde ich gut, weil es für mich keinen Unterschied zwischen Erwachsenen und Kindern gibt. Wenn das Kind im Erwachsenen stirbt, ist das Lebendige weg. Man muss immer im Zustand der Kindheit bleiben, sonst kann man nicht kreativ sein.
Haben Sie wegen Ihrer eigenen Kinder begonnen, Kinderlieder zu schreiben?
Ja, als die Kindergärtnerin meiner Tochter mir einmal sagte, dass es keine neuen berndeutschen Lieder für Kinder gebe, habe ich welche gemacht. Denn Dialekt muss kultiviert werden. Ohne meine Kinder würde ich wohl noch heute hochdeutsche und melancholische Lieder schreiben. Den Philosophen in mir habe ich aber nie weggebracht. Sogar wenn ich vom WC-Änteli singe, hat das einen tiefen Sinn.
Was möchten Sie mit den Liedern von den singenden Dingen vermitteln?
Ich versuche, dem Heldenkult etwas entgegenzusetzen. Echte Helden handeln aus Idealismus und nicht, um berühmt zu sein. Sie kämpfen nicht um die Gunst des Publikums, sondern schaffen im Stillen Kultur. Auch Gegenstände sind heimliche Helden. Etwa die Büroklammer, die immer zu Stelle ist, um Sachen zu ordnen oder Fingernägel zu putzen. Aber das sind Botschaften an die Erwachsenen. Für die Kinder sollen es einfach aufgestellte Lieder sein.





