Was tun, wenn man nur noch wenige Tage zu leben hat? Sicher nicht im Krankenhaus auf den Tod warten. Das sagen sich zumindest Paul Blanchet (Hans-Joachim Frick) und Jules Tourtin (Hans Peter Baader). Die beiden älteren Herren teilen sich das Krankenzimmer und sind beide sterbenskrank. Also beschliessen sie, sich ein paar letzte schöne Tage zu machen.
Nach gelungener Flucht aus dem Krankenhaus versuchen Paul und Jules im Pyjama am Strassenrand ein Auto anzuhalten. Dabei treffen sie auf die hochschwangere Jeanne (Lucie Zelger), die sie bittet, den Vater ihres Kindes aufzusuchen. Die beiden Männer können dem Charme der werdenden Mutter nicht wiederstehen und nehmen die Herausforderung an.
Die Komödie «Weniger 2» stammt aus der Feder von Samuel Benchetrit. Der 39-jährige Franzose ist Film- und Theaterautor, Regisseur und Schauspieler und wurde unter anderem durch seinen mehrfach ausgezeichneten Episodenfilm, «J’ai toujours rêvé d’être un gangster», international bekannt.
«Stolze Gockel»
Benchetrits Geschichte habe sie sofort angesprochen, sagt Regisseurin Karo Guthke, die den Stoff zum ersten Mal auf eine Schweizer Bühne bringt. Guthke, die zum zweiten Mal Regie führt, dürfte dem Publikum vor allem als langjähriges Ensemblemitglied im Theater an der Effingerstrasse bekannt sein. «Ich mag diesen französischen Humor. So bleiben Paul und Jules etwa stolze Gockel, auch wenn sie sterbenskrank sind», präzisiert sie. Denn obwohl das Thema todernster nicht sein könnte, so ist der Umgang damit in erster Linie morbid und zynisch.
Viele Schauplätze
«Weniger 2» ist ein Bühnenstück und hat nicht den Anspruch, realistisch zu sein. «Zwei Männer im Pyjama am Strassenrand würden in der echten Welt wohl schnell im Irrenhaus landen», sagt Guthke und lacht. Dennoch merke man bei der Inszenierung des Stücks, dass Benchetrit auch Filmdrehbücher schreibt. Es sei nicht einfach, den vielen Schauplätzen des Stücks auf der kleinen Bühne des Theaters an der Effingerstrasse gerecht zu werden.
Diese bleibt dann auch weitgehend leer. Wenige Requisiten und einfache Tricks verweisen auf die Umgebung: So steht eine Diskokugel für das Tanzlokal, oder Autolärm suggeriert die Anwesenheit einer Strasse. «Ich denke, es ist sowieso interessanter, wenn die Schauspieler im Mittelpunkt stehen und nicht alles mit Requisiten vollgestopft ist», meint die Regisseurin. Und das sind vor allem Paul und Jules, die, so viel sei hier verraten, am Ende gar ein Stück Glück finden.





