Das Musical «Titanic» ist in unserer Wahrnehmung beinahe in den hohen Wellen versunken, die der gleichnamige Hollywoodfilm von 1997 warf. Ein halbes Jahr vor dem Kassenschlager mit Leonardo di Caprio hatte Peter Stones Werk am Broadway Premiere gefeiert.
Anlässlich der Thuner Seespiele holt Regisseur Max Sieber das Schiff aus der Versenkung und steuert mit neuer Crew und neuen Passagieren den Eisberg beziehungsweise den grossen Erfolg an. Während in Peter Stones Musical das Schiff selbst der eigentliche Hauptdarsteller sei, stünden in seiner Version aber die Menschen und ihre Schicksale im Vordergrund, sagt Sieber.
Schweizer Liebespaar mit an Bord
Drei Liebespaare gehen an Bord: die jungen Iren (Katja Uhlig, Sasha di Capri), das jüdische Ehepaar Straus, Eigentümer des berühmten Kaufhauses Macy’s (Christine Rothacker, Klaus Brantzen), und schliesslich Herr und Frau Lehmann aus der Schweiz (Bea Rohner, Roland Herrmann).
Dass Schweizer an Bord der Titanic waren, ist zwar eine Tatsache, den Fokus auf diese Figuren zu werfen aber eine Idee von Sieber. «Ich habe die Story ein wenig helvetisiert», meint er. Und im Gegensatz zum Original sinke das Schiff bei ihm in «nur» zwei Stunden.
Als die «Titanic» am 10. April 1912 in Southampton zur Abfahrt bereitsteht, treffen verschiedene Milieus aufeinander. Aber alle sind begeistert von dieser schwimmenden Stadt, in der die Upper Class den technischen Fortschritt mit gutem Essen, Tanz und Spielen feiert.
Kleines Happy End
Was hat Sieber an diesem viel bearbeiteten Stoff gereizt? «Die ‹Titanic› ist ein Mythos. Es gab viel schlimmere Katastrophen, aber um kaum eine andere ranken sich so viele Geschichten», sagt der Produzent von zahlreichen Fernsehshows und Regisseur von Musicals («Keep Cool»). Persönlich fasziniere ihn besonders die Figur des 1. Offiziers William Murdoch (Jörn Linnenbröker): Er übernimmt Verantwortung für die Katastrophe und sorgt dafür – wenn nötig mit der Schusswaffe – dass die Damen die Rettungsboote zuerst besteigen dürfen. Derweil schickt der musikalische Leiter Iwan Wassilevski die Liebespaare in jede Menge romantischer Duette. Das Schicksal seiner Protagonisten will Sieber nicht im Detail verraten. Nur so viel lässt er uns wissen: «Es wird ein kleines Happy End geben.»
Der Filmbeitrag von Art-tv.ch
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