Sie wünschen sich für 2012 Geld und Besitz? Glücklich machen wird das nicht, zumindest wenn man dem Singspiel «Es bsungersch Meitschi» glaubt, dem aktuellen Stück der Emmentaler Liebhaberbühne (ELB). Das «beste aller Berner Dialekttheater» («Der Bund») zeigt im 51. Jahr seines Bestehens die parabelhafte Geschichte des armen Bauern Wurzel (gespielt von Hans Rudolf Kummer). Durch einen scheinbaren Glücksfall wird dieser plötzlich reich, was sein Leben und jenes seiner Ziehtochter aber nur ins Missliche verändert. Den Schatz, der ihn vermögend macht, hat ihm der Neid höchstpersönlich hingestellt. Denn nicht nur das «Meitschi» ist als Feentochter «bsungersch», auch die anderen Figuren sind speziell: der Lautdenker, die Zufriedenheit, der Hass und viele weitere.
Das Akkordeon begleitet
«Es bsungersch Meitschi» basiert auf dem Zaubermärchen «Der Bauer als Millionär» aus dem alten Wiener Volkstheater. Das Stück von Ferdinand Raimund (1790–1836) kennen einige vielleicht wegen des Lieds «Brüderlein fein». An der Geschichte hat die ELB wenig verändert, einige aktuelle Hinweise gegen Bankiers oder (alt) Ständeräte finden sich zwischen den Zeilen. ELB-Urgestein Rudolf Stalder ist für die Mundartfassung verantwortlich; Kaspar Eggimann hat die originalen Lieder Raimunds neu arrangiert, die Christian Hadorn am Akkordeon in überzeugender Vertretung eines ganzen Orchesters instrumentell umsetzt. In Walkringen läuft das Stück noch bis Mitte Januar, dann zieht die ELB ins Casino Theater Burgdorf. Gleich bleibt sich die Freude des Bauern über die abschliessende Armut: «Es stört di nüüt, es fröjt di aus/nüüt Vürigs hanget der am Haus.»





