Bartholomäus von May, der Besitzer des Schlosses Toffen, bekam im 16. Jahrhundert von der Berner Regierung den Auftrag, einen gelben Diamanten zu verkaufen. Die Eidgenossen hatten ihn Karl dem Kühnen in der Schlacht von Nancy abgenommen. Beim Durchstöbern einer alten Gemeindechronik stiess der Theaterautor Paul Steinmann auf diese Geschichte. Sie bildet die Grundlage für das Stück «Der gelbe Diamant», das vom Sommertheater Gürbetal uraufgeführt wird.
Ein Fest und ein Geheimnis
Ort der Handlung ist die ehemalige Tuftsteingrube oberhalb des Schlosses Toffen. Dort, am Haus von Kräuterfrau Gulda und ihrer Schülerin Alba, kommen nur selten Menschen vorbei. Die beiden stecken mitten in den Vorbereitungen für das jährliche Frauenfest. Doch just an diesem Abend ist es vorbei mit der Ruhe. Die Familie von May reist mitsamt Entourage in der Kutsche an und will den Sommer im Schloss verbringen. Kurz darauf taucht eine Gruppe von Gauklern auf. Alba überredet sie spontan zu einem Auftritt am Frauenfest.
Als sich die Frauen aus dem Dorf am nächsten Abend auf der Lichtung versammeln und die Gaukler ihr dürftiges Spiel präsentieren, geht es plötzlich drunter und drüber. Wird im Schloss womöglich ein Diamant aufbewahrt? Und sind die Gaukler in Wirklichkeit jemand anderes, als sie vorgeben?
Präsenz in der Weite
Der Weg von der Idee bis zur Realisierung des Theaters war lang. Die Tuftsteingrube war überwachsen und musste zuerst begehbar gemacht und entwässert werden. Für das Bühnenbild wurden hingegen nur minimale Eingriffe vorgenommen. «Die Sommerspiele Gürbetal sind eigentlich ein Landschafts- und kein Freilichttheater», sagt Regisseurin Renate Adam. Einzig in der Mitte der Grube wurde ein Hügel künstlich angelegt.
Adam hat das Stück mit einem 44-köpfigen Laienensemble inszeniert. Steinmann hat die Rollen eigens für die ausgewählten Schauspielerinnen und Schauspieler entwickelt. Der jüngste Darsteller ist 10, der älteste 70 Jahre alt. «Diese Durchmischung ist toll und macht das Spiel frisch und dynamisch», sagt Adam. Und mit den beiden Waldfrauen Gulda (Barbara Schweizer) und Alba (Tina Leuenberger) haben Adam und Steinmann zwei Darstellerinnen gefunden, die es immer schaffen, die weitläufige Bühne durch ihre Präsenz zu füllen.





