
Madame Bissegger: Bickini
Das etwas andere Theater-Spektakel. Bickini-Bar und Gastronomie offen ab 18h.
Veranstaltungsort
Steigrüebli
Bernstrasse 184 b
3072 Ostermundigen
Zwischen zwei engen Sandsteinwänden geht es hinein in den alten Steinbruch von Ostermundigen. Es ist ein Eintauchen in eine andere Welt. Schlagartig ist der Agglomerationsverkehr vergessen. Im Schutze von Felsen und Wald herrscht hier eine ganz andere Hektik: Die Proben zum neuen Stück «Bickini» des Theaters Madame Bissegger sind in vollem Gange.
«Bickini» nimmt die Zuschauer mit ans Mittelmeer. «Au Bout du Monde» ist ein heruntergekommenes Hotel an der Côte d’Azur. Es liegt in einem kleinen Ort, der auf keiner Landkarte verzeichnet ist. Der Wirt hat seit Jahren keine Gäste mehr beherbergt. Doch wie es der Zufall will, versammelt sich just diesen Sommer ein bunt zusammengewürfeltes Grüppchen von Menschen in der verlassenen Ortschaft. Eine Nonne (Diana Rojas) wird in die Abgeschiedenheit der örtlichen Klosterruine verbannt. Ein Soldat (Christian Gysi) verirrt sich aus dem fernen Gotthard-Reduit nach Frankreich. Lotti (Eveline Dietrich), die einigen aus dem letzten Bissegger-Stück «Q=Kuh» bekannt sein dürfte, führt eine Pilgerreise in die einsame Ortschaft.
Vom Bühnenbild zur Geschichte
«Hier war früher bereits einmal ein Meer, die Sandsteinablagerungen sind so entstanden», sagt Co-Regisseur Thomas Scheidegger. Ein Stück Mittelmeer trennt nun die Zuschauertribüne von der Bühne. Dahinter liegen ein Streifen Sandstrand und das 4 Meter hohe Hotel «Au Bout du Monde». Den Abschluss der Szenerie bilden die senkrechten Wände des Steinbruchs.
Wegen der spektakulären Umgebung entstehen die Bissegger-Theater jeweils in enger Zusammenarbeit mit dem Bühnenbildner und Architekten Jann Messerli. Zuerst geht es ums Bühnenbild. Erst danach entwickelt die Regie mit den Schauspielern die Figuren. Ausgehend von schauspielerischen Improvisationen, entsteht schliesslich die Geschichte. «Diese Art, ein Stück zu entwickeln, ist sicher eine der herausforderndsten Theaterformen», sagt Scheidegger. Dafür seien die daraus resultierenden Figuren sehr authentisch.
Anknüpfen an den Erfolg von «Q=Kuh»
Unter den Freilichtproduktionen ist das Theater Madame Bissegger eines der wenigen reinen Profitheater. Es kann auf ausgesprochen erfolgreiche Jahre zurückblicken: Die letzte Produktion «Q=Kuh» war beim Publikum derart beliebt, dass sie über drei Saisons gespielt wurde und über 50 000 Besuche verzeichnen konnten. Mit «Bickini» möchte Scheidegger an den Erfolg anknüpfen und die Zuschauer erneut von der Spielfreude seines Ensembles überzeugen.
Noch werden an diesem Nachmittag die Proben immer wieder unterbrochen. Die Regie bringt Korrekturen an. Ein lokaler Radiosender möchte Tonaufnahmen machen. Zwischendurch wird eine Lampe an einem Seil auf das Tribünendach gezogen. Und dennoch wirkt die Schlussszene von Mal zu Mal stimmiger. Nur ungern verlässt man die schützenden Felswände wieder, um direkt im vorstädtischen Feierabendverkehr zu landen.




