Soll man heiraten, und wenn ja, wen und wie? Wie viel Glaube schuldet man seiner Glaubensgemeinschaft? Welche Kompromisse soll man heute für seine Religion noch eingehen?
Es sind Fragen, die noch nicht ausgefragt sind. Denn seit der Islam zum Dauerthema geworden ist, werden wir uns der Religion wieder gewahr, und sie erscheint plötzlich als heilbringendes, weil verbindendes Element.
Premieren von nah und fern
Grund genug für das Schlachthaus Theater, dem Themenkreis in Form eines kleinen Festivals nachzugehen. Vier Produktionen stehen auf dem Programm, darunter eine Uraufführungsproduktion aus Bern («Verkleidete Engel habe ich schon viele gesehen»), je eine Schweizer Premiere aus Maastricht («Bon Appétit») und London («Ringside»). Und zu guter Letzt eine Wiederaufnahme («Ich wohne in einem Hühnerhaus»).
Für erstgenannten Beitrag sind die drei Bernerinnen Rahel Bucher, Magdalena Nadolska und Grazia Pergoletti zuständig. «Der Bund»-Redaktorin und Theaterautorin Bucher schickt eine Fernsehmoderatorin und einen musizierenden Engel auf die Reise, um dem wahren Glauben auf die Spur zu kommen. Die beiden stolpern vom Christentum über den Kapitalismus zur Esoterik und merken, dass Religion schon längst nicht mehr nur mit Gott zu tun hat. Unter der Regie von Magdalena Nadolska verkörpert Grazia Pergoletti mehrere Rollen. Die 24-jährige Berner Musikerin Christine Hasler schliesslich spielt den musikalischen Engel.





