Nach einer rund dreissigminütigen Fahrt vorbei an bekannten Einkaufscentern und Möbelhäusern kommen wir am Ziel unserer Reise an: Utzenstorf. In diesem beschaulichen Dörfchen zwischen Solothurn und Bern befindet sich die Domäne Landshut, bestehend aus Schloss, Park und Wildstation.
Inmitten des wunderschönen Parks und umgeben von einem echten Schlossgraben steht das Schloss, welches nicht nur die Schweizerische Jagdbibliothek beherbergt, sondern auch das Schweizer Museum für Wild und Jagd. Dieses hat die Ausstellung «Mauswiesel und Hermelin» zusammen mit dem Naturhistorischen Museum Fribourg und dem Naturhistorischen Museum der Burgergemeinde Bern konzipiert. Über die alte Steinbrücke gelangen wir ins Schlossinnere, wo wir eine steile Wendeltreppe bis in den Dachstock erklimmen. Dort befindet sich die Ausstellung.
In dem überschaubaren, aber aufwendig gestalteten Saal gibt es vieles zu erfahren über die kleinsten Raubsäugetiere unseres Landes. Ein Mauswiesel etwa misst kaum 20 Zentimeter. Entsprechend sind die Tiere in der freien Natur nicht leicht zu beobachten. Trotzdem erstaunt es, wie wenig in unserer scheinbar durch und durch vermessenen Welt über die beiden Vertreter der Marderfamilie bekannt ist. Als Besucher werden wir gar aufgefordert, Sichtungen in der freien Natur zu melden (www.cscf.ch).
Bedrohte Nager
Zuerst aber entdecken wir die putzigen Nager in der Ausstellung. Dort werden sie nicht bloss als ausgestopfte Präparate präsentiert. An einer Station kann man die Felle der verschiedenen Marderarten ertasten (auch der Dachs ist ein Marder), und in Dokumentarfilmen sieht man die Tiere beim Jagen oder Herumtollen mit ihrem Nachwuchs.
So erhält man einen lehrreichen Einblick in das Thema. Wussten Sie etwa, dass Mauswiesel und Hermelin im Winter die Fellfarbe von Braun zu Weiss wechseln, um besser getarnt zu sein? Wir wussten es nicht. Oder dass die flinken Tierchen kaum natürliche Feinde haben? Das heisst: Sie haben schon welche, aber meist sind sie sogar den Raubvögeln zu schnell.
Mit Liebe zum Detail
Heute assoziiert man den Hermelin vielleicht noch mit Königsroben aus Kindergeschichten. Wegen der wachsenden Zersiedelung und der intensiven Landwirtschaft ist der Lebensraum der kleinen Raubnager vielerorts verloren gegangen. Dabei gehörten sie einst zu den häufigen Bewohnern der europäischen Kulturlandschaft. Inzwischen steht das Mauswiesel auf der Roten Liste der gefährdeten Arten und jede Sichtung ist wissenschaftlich kostbar, um mehr über das aktuelle Verbreitungsgebiet zu erfahren. Kostbar fanden wir auch den Ausflug nach Utzensdorf, wegen der mit viel Liebe zum Detail gestalteten Ausstellung und der wunderschönen Schlossanlage.





