Schenkung Archiv Bürgi
Werke der ehemaligen Sammlung Hanni und Rolf Bürgi und ausgewählte Archivalien der Schenkung.
Veranstaltungsort
Zentrum Paul Klee
Monument im Fruchtland 3
3006 Bern
Tel 031 359 01 01
Fax 031 359 01 02
Im Frühjahr 2011 bekam das Zentrum Paul Klee (ZPK) ein besonderes Geschenk: Die Nachfahren von Hanni und Rolf Bürgi, den ersten Berner Klee-Sammlern, übergaben dem Museum ihr umfangreiches Archiv an Dokumenten. Die Briefe, Fotos und Notizen zeugen von einer jahrzehntelangen Freundschaft zweier Familien, die ihren Anfang am Ende des 19. Jahrhunderts nahm: Hanni Bürgi, eine musikalische junge Frau, nahm bei Klees Vater Hans Gesangsunterricht. Später begannen dessen Sohn Paul und seine Frau Lily gemeinsam mit Hanni zu musizieren.
Hanni interessierte sich zunehmend für das bildnerische Schaffen des jungen Paul Klee. Ihr Sohn Rolf teilte ihre Faszination und führte die Sammlung nach dem Tod der Mutter 1938 weiter. Er war es auch, der Klees Werke in Deutschland 1946 vor der «Beschlagnahmung deutscher Vermögenswerte» durch die Alliierten rettete: Indem er die Sammler Hermann Rupf und Hans Meyer-Benteli als Käufer gewinnen konnte, gelang es ihm, Klees Arbeiten rechtzeitig in die Schweiz zu überführen.
Drei Räume, drei Würdigungen
Die Ausstellung, die nun im ZPK präsentiert wird, ist keine Kunstausstellung im klassischen Sinne. Vielmehr ist sie ein intimer Einblick in eine Freundschaft zweier Familien, die bis heute zwischen den Enkeln weiterbesteht. Die Archivalien werden durch 32 Leihgaben aus der Werksammlung der Bürgis ergänzt, welche die Dokumente illustrieren und bereichern.
Die kleine Schau besteht aus drei unabhängigen Räumen innerhalb der Sammlungspräsentation «übermütig». Je ein Raum ist Hanni Bürgi und Sohn Rolf gewidmet, der dritte würdigt Hannis Engagement für Klee in Bern. Zu sehen sind etwa die ersten Werke, die Hanni Bürgi von Klee erworben hat. Rolf Bürgis Beziehung zu Klee wird durch Briefe an Banken und Anwälte, aber auch durch spannende Audiodokumente belegt.
Bedeutend für die Klee-Forschung
Die Öffentlichkeit bekommt nur einen Bruchteil des Archivs zu sehen. Die Schenkung umfasst nach Angaben der Kuratorin Eva Wiederkehr Sladeczek mehrere Hundert Briefe, 300 Fotos, über 100 Bücher und Kataloge sowie 130 Malutensilien. All diese Objekte werden zurzeit inventarisiert und digitalisiert. Die Forschung erhofft sich dadurch neue Erkenntnisse zu Paul Klee. Auch für die Konservierung der teils ausgesprochen empfindlichen Werke Klees, ist der Nachlass der Bürgis wegweisend: Die Malutensilien aus dem letzten Atelier des Künstlers beinhalten wichtige Hinweise zur Entstehung der Werke. Klee hat einige der verwendeten Utensilien selber konstruiert, etwa indem er Schilfrohre, Messer und gar Instrumente aus einem Maniküre-Set zweckentfremdet und umfunktioniert hat.
Für das ZPK, welches das Erforschen von Klees Nachlass zu seinen Kernaufgaben zählt, ist die Schenkung des Bürgi-Archivs von grosser Bedeutung. Zusammen mit dem Archiv der Familie Klee, welches das ZPK während der letzten drei Jahre ins eigene Haus überführen konnte, bietet die Sammlung einen immensen Fundus zur weiteren Klee-Forschung.





