Gegen Ende des 19. Jahrhunderts herrschte in Bern akute Wohnungsnot. Die Lage war prekär, ganze Familien waren obdachlos und hausten im Bremgartenwald. Getrieben von der Angst vor Epidemien und politischen Unruhen, beschloss die Stadtregierung zu handeln: Im November 1889 begann sie mit dem Wohnungsbau im Berner Nordquartier und legte damit den Grundstein für die legendäre Arbeitersiedlung der «Wylerhüsli». Diese stehen heute nicht mehr, in den 1970er-Jahren mussten sie neuen Wohnblocks weichen.
Der Pressefotograf Andreas Blatter ist selber neben der Arbeitersiedlung aufgewachsen. Nun hat er ihr das Buch «Wylerhüsli – Legendäres Arbeiterquartier im Berner Wylerfeld» gewidmet. In aufwendiger Recherche spürte Blatter Material zum Thema auf. Keine leichte Aufgabe, denn Fotografien gibt es nur wenige und Zeitzeugen nicht mehr viele. Das Resultat ist das liebevolle Porträt eines eindrücklichen Stücks Stadtgeschichte. Die Ausstellung im Kornhausforum folgt Blatters Buch.





