Gemalt wird auch im Zeitalter der digitalen Medien immer noch. Wie beliebt das Medium Malerei auch heute ist, lässt sich in der Ausstellung «The Old, the New, the Different» in der Berner Kunsthalle erleben. 45 Werke von 34 Künstlern kombiniert Kurator Fabrice Stroun, der Anfang Jahr die Nachfolge von Philippe Pirotte angetreten hat. Darunter sind so bekannte Namen wie Julian Schnabel oder John Armleder. Die älteste Arbeit von Luigi Lurati (1936–1967) stammt aus dem Jahr 1965, derweil der jüngste ausgestellte Künstler, Vittorio Brodmann, erst 1987 zur Welt kam.
Was tut man, wenn man in nur 45 Werken eine grosse Bandbreite von Strömungen abdecken möchte? Stroun tut dies mit intelligenter Subjektivität. Es ist nicht die Form, die ihn interessiert, sondern der Inhalt – «die Fluchtlinien», wie er sie nennt –, der sich über die Jahrzehnte hinweg in immer wieder anderer Form manifestiert. Indem er die Räumlichkeiten der Kunsthalle gekonnt einsetzt, erzeugt Stroun spannende, teils überraschende Gegenüberstellungen. Den Anspruch, eine Ausstellung zu schaffen, die vor allem physisch erlebt werden muss, hat er damit mehr als erfüllt.





