Eine Restauratorin inspiziert eine riesige Holzskulptur, ein Techniker bringt das Modell eines Schwimmbads zum Leuchten und ein anderer montiert Stangen auf einen Tischtennistisch. Helen Hirsch, Direktorin des Kunstmuseums Thun, lässt die Ausstellung «Silence Your Eyes» des kubanischen Künstler-duos Los Carpinteros aufbauen.
Marco Castillo und Dagoberto Rodríguez arbeiten seit ihrem Kunststudium in Havanna zusammen. Der Name Los Carpinteros (Die Schreiner) rührt von ihren Anfängen her. Weil die Ressourcen in Kuba knapp waren, benutzten die beiden für ihre Skulpturen nebst Abfallmaterial vor allem Holz. Heute verwenden sie diverse Materialien und lassen ihre Ideen von Dritten umsetzen.
Die beiden verfremden Alltagsgegenstände oder Designobjekte und stellen mit Ironie deren Gebrauch infrage. So haben Los Carpinteros etwa Grillroste in der Form eines Sterns anfertigen lassen – eine Anspielung an den American Way of Life.
Nebst dem Verfremden ist auch das Zerfliessen von Dingen ein Leitmotiv in ihrem Werk. Während Salvador Dalí auf seinen Gemälden schmelzende Uhren darstellte, zerfliessen bei Los Carpinteros im Kreis aufgestellte grün-schwarze Schwimmflossen zu einem psychedelischen Teppich. Auch die Gleichmacherei in sozialistischen Systemen thematisieren sie: An einer 16 Meter langen Kleiderstange hängen Fräcke, alle mit einem «Guckloch» versehen. Neue Perspektive garantiert.




