Klartext
über die BuCK
BuCK
Berner Bars und Clubs vom Kapitel bei der Schützenmatte bis zur Mahogany Hall am Klösterlistutz haben die Bar- und Clubkommission gegründet, kurz BuCK. Mediensprecher Terry Loosli beantwortet unsere Fragen zum Sinn und Zweck des neuen Vereins.
Aus Sicht der Clubbesitzer stimmt im Berner Nachtleben einiges nicht – darum haben sie die BuCK gegründet. Es gibt doch mit Bekult bereits eine Lobbyorganisation.
Wir sind mehr als ein Lobbyverein. Und unsere Aufgabe soll weiter gehen als die Forderung nach einem Konzept fürs Nachtleben und Rechtssicherheit für die Club- und Barbetreiber.
Nämlich?
Wir wollen uns gegenseitig unter die Arme greifen. Innerhalb eines Jahres wollen wir ein Kompetenzzentrum aufbauen. Besonders Einsteigerinnen und Einsteiger, die einen Club eröffnen wollen, sollen dadurch Hilfe erhalten. Der Umgang mit der Lärmschutzverordnung wird ein Thema sein. Aber auch bei Gebäudeversicherungen, Notausgängen et cetera können erfahrene Betreiber Know-how weitergeben.
An die Konkurrenz? Irgendwo hört doch die Nächstenliebe auf.
Fast so schlecht wie keine Konkurrenz ist eine inkompetente Konkurrenz. Wir streben hohe Standards an – in Themen wie Umgang mit Anwohnerinnen und Anwohnern, mit Lärm und Littering. Betriebe, die hier unsere Anforderungen nicht erfüllen, wollen wir nicht unterstützen.
Wie finanzieren Sie sich?
Ein grosser Teil der Arbeit wird ehrenamtlich verrichtet. Die Mitglieder zahlen Beiträge. Wir planen darüber hinaus eine Berner Clubnacht, deren Gewinn an die BuCK geht. Wir werden auch Geld von der Wirtschaft annehmen, nicht jedoch von Parteien. Wir wollen politisch unabhängig sein.
Ist die Gründung der BuCK eine Reaktion auf die Tanzdemo «Tanz dich frei»?
Unsere Vorbereitungen laufen bereits seit einem halben Jahr. Wir haben uns genau überlegt, was wir wollen. Dass unsere Vereinsgründung jetzt eine so hohe Aktualität hat, ist eher ein Zufall.
Sie fordern laut Medienmitteilung «hauptstadtwürdige Rahmenbedingungen» für das Berner Nachtleben. Was meinen Sie damit?
Die Stadt muss sich fragen: Was will Bern sein? Wir finden, Bern sollte nicht nur Regierungs- und Beamtenstadt sein, sie sollte auch eine angemessene Kultur haben – und dazu gehört das Bar- und Clubleben. In diesem Zusammenhang ist es absurd, dass der Kanton über das Gastgewerbegesetz bestimmt. Die Stadt muss das Zepter selbst in die Hand nehmen.
Die Stadt hat Sie zu einem runden Tisch zum Berner Nachtleben eingeladen. Was erhoffen Sie sich davon?
Zuerst wird es darum gehen, eine Bestandesaufnahme durch die vielen Beteiligten zu machen; 32 Personen sind eingeladen. Daraus könnte sich eine Kerngruppe herausbilden, die beim Nachtlebenkonzept mitwirkt.
Interview: Michael Feller
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